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Zitat des Tages
(Michael Klonowsky, Schriftsteller und Journalist )
Offenbar verheerender Troika-Bericht
Quasi mit der Grundsatzeinigung der EU-Finanzminister zur Griechenland-Hilfe wird auch etwas anderes bekannt: Die Troika hat Griechenland offenbar ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Einem streng vertraulichen Bericht zufolge soll Griechenland 245 Milliarden Euro benötigen, um zu überleben. Die Finanzminister wollen dennoch jetzt den nächsten Bailout irgendwie auf die Reihe bringen. Von den Banken werden weitere 5,5 Milliarden Euro an Zinsverzicht er
Der streng vertrauliche Bericht, den die Troika aus EU, IWF und EZB den Euro-Finanzministern vorgelegt hat, verheisst nichts Gutes für die Griechen – und auch nicht für Europa. Die Troika stellt darin lapidar fest, dass die Sparmassnahmen nicht greifen.
Demnach haben die griechischen Politiker nicht einmal die einfachsten Sparanstrenungen unternommen. Von den strukturellen Veränderungen will die Troika offenbar nicht einmal reden. Auch die Wettbewerbsfähigkeit wurde nicht gesteigert – ebenfalls keine Überraschung, weil keine einzige Maßnahme ergriffen wurde (von den Taxilenkern bis zu den Anwälten – nichts Neues). Griechenland braucht dem Bericht zufolge praktisch doppelt soviel Geld wie im aktuellen Bailout geplant. Die FT, die das Papier ebenfalls gesehen hat, vertritt die Auffassung, dass die schlechten Zahlen der Grund für die harte Haltung von Wolfgang Schäuble in den vergangenen Tagen gewesen seien. Denn die Euro-Finanzminister haben das Papier bereits vor dem Wochenende erhalten – und waren, verständlicherweise, wenig amused. Denn aus dem Bericht geht hervor, dass die Griechen 50 Milliarden Euro statt der geplanten 30 Milliarden für die Banken-Rekapitalisierung brauchen werden. Auch scheint nun klar, dass statt der geplanten 50 Milliarden Euro für Privatisierungen maximal 30 Milliarden Euro eingenommen werden können. Der Bericht zweifelt, dass Griechenland in absehbarer Zulunft wieder an die Finanzmärkte zurückkehren kann.
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