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Zitat des Tages
(Michael Klonowsky, Schriftsteller und Journalist )
Pro und Contra Lehrplan 21
Mit dem Grossprojekt Lehrplan 21 will die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) die kantonalen Lehrpläne vereinheitlichen. Der Lehrplan 21 heisst so, weil er dereinst für alle 21 Kantone der Deutschschweiz gelten soll. Politik.ch hat die Meinungen von zwei Bildungspolitikern dazu eingeholt: Die Zürcher Kantonsrätin Claudia Gambacciani von den Grünen befürwortet den Lehrplan 21. Der Thurgauer Sekundarlehrer Franziskus Graber (SVP) wehrt sich gegen dessen Einführung.
Weniger ist mehr: Der neue Lehrplan 21 |
Prestige-Projekt mit Folgen |
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90 Expert/innen aus der Praxis und der Didaktik sind bei der Erarbeitung des neuen Lehrplans 21 involviert. Zu hoffen bleibt, dass angesichts der hohen Anzahl Mitwirkenden kein ausuferndes Werk, ganz nach dem Motto „zu viele Köche verderben den Brei“ entsteht. Ein gutes Beispiel für einen solchen Papiertiger ist der aktuelle – dringend zu überarbeitende - Zürcher Lehrplan der Volksschule. Er besteht aus einem Order voll seitenlangen Aufzählungen von Richt- und Grobzielen, die auch in der doppelten Zeit nicht alle im Unterricht behandelt werden könnten. Das Resultat des Zürcher Lehrplans: er fristet ein verstaubtes Dasein in einer dunklen Ecke eines jeden Schulzimmers. Selten wird er zur Vorbereitung des Unterrichts hervorgeholt. Eine Überarbeitung steht also ohnehin an – gegen eine überregionale Angleichung der Inhalte ist meines Erachtens nicht einzuwenden. Man muss das Rad schliesslich nicht in allen Kantonen neu erfinden.
Zeugnisse könnten künftig so ausfallen, dass die Schüler/innen ihr Können nicht mehr in Form von Notenzeugnissen ausweisen, sondern mittels der konkreten Nennung der erreichten Lernziele oder eben Kompetenzen. Dies ist insbesondere bei den Stufenwechsel, dem Übertritt in weiterführende Schulen der Sek II oder für abnehmende Lehrmeister/innen bzw. in Bezug auf die Lehre interessant.
Claudia Gambacciani, Zürich, ist Kantonsrätin der Grünen Partei. Sie ist Sekundarlehrerin und Kauffrau. |
Doch wo ist das Problem? Das Geld ist gesprochen, der Auftrag direkt vom Volk demokratisch erteilt. Was will man mehr? Die Sache hat einen Haken. Zwar sind die einzelnen Erziehungsdirektoren in ihren Kantonen vom Volk gewählt, doch ihre Konferenz (EDK) wird von keinem Parlament kontrolliert. Die EDK beschäftigt ein Heer von Funktionären. Was diese im Elfenbeinturm ausbrüten, lässt keine Mitsprache des Volkes zu und ist mitunter nicht einmal referendumsfähig. Interkantonale Vereinbarungen, sogenannte Konkordate können nur durchgewinkt oder abgelehnt werden. Gegen Harmos beispielsweise haben sich immerhin so viele Kantone erfolgreich gewehrt, dass dieses Harmonisierungs-Konkordat nicht mehr für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Das Volk wird umgangen
Da kommt die SVP mit ihrem Gegenprojekt SVP-Lehrplan. Für die SVP-Schule? Mitnichten. Die SVP nimmt ihre Verantwortung als grösste Partei der Schweiz wahr, Missstände aufzudecken. Sollte sich der Verdacht als unbegründet herausstellen – sehr gut. Sollte die Anprangerung Schlimmes verhindern, Leidiges mildern – umso besser. Die SVP zeigt Mittel und Wege, die falschen Reformen der letzten Jahrzehnte rückgängig zu machen. Konzentration des Kindergartens aufs Spielen in Schweizer Mundart. Konzentration der Primarschule auf Lesen, Schreiben, Rechnen, vielfältige Realienthemen, Musik, Zeichnen, Werken und Sport – auf Bildung eben. Konzentration der Oberstufe auf die Berufswahl: Niveauklassen, Fremdsprachenmonopol, Schweizer Geschichte, Biologie, Physik, Chemie, mehr Zeit zur Erlangung handwerklichen Geschicks. Das sind konstruktive Anregungen. Danach kann man den Lehrplan 21 ausrichten. Die SVP fordert vor allem strikt die Besinnung auf den Verfassungsauftrag: Nur die Ziele pro Jahrgang zu harmonisieren. Unterrichtsmethoden und Lehrmittel müssen den Lehrkräften überlassen werden, denn sie sind dafür ausgebildet. Dann kommt es nicht nur besser, sondern auch billiger. Franziskus Graber, Sulgen TG, ist Sekundarlehrer und Mitglied der SVP-Lehrergruppe, welche dieser Tage einen alternativen Lehrplan vorgestellt hat. |
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