Mittwoch, 22.02.2012 19:52 Uhr

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Wo die Freiheit bedroht ist, ist die Sprache bedroht und umgekehrt.
(Heinrich Böll, deutscher Schriftsteller)


 
Resolution des Europarats "gegen systematische Abtreibungen"

Wenn Mädchen weniger wert sind


Radio DRS berichtetete heute früh: "Wenn Mädchen weniger wert sind: Nicht nur in Asien, auch in Teilen Europas werden weibliche Föten systematisch abgetrieben." Der Europarat wehrt sich "gegen systematische Abtreibungen". Er hat einen Bericht überwiesen, den die Schweizer SP-Politikerin und Abtreibungsbefürworterin Doris Stump verfasst hat. Nicht die Abtreibung an sich ist also für den Europarat das Problem, sondern die pränatale Geschlechterselektion.


Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat an die Mitgliedsländer des Staatenbundes appelliert, die Vernichtung künstlich gezeugter Embryonen und Abtreibungen aufgrund des Geschlechts gesetzlich zu verbieten. In einer am Montagabend verabschiedeten Entschliessung heißt es, Ausnahmen bei der Vernichtung von Embryonen solle es nur geben dürfen, wenn eine schwere Erbkrankheit vorliege. Die Europarats-Staaten sollten zudem dafür sorgen, das medizinische Personal so auszubilden, dass es den Eltern von einer Selektion nach Geschlecht abrate.
 

An Albanien, Armenien, Aserbaidschan und Georgien appellierten die Europarats-Parlamentarier, die Gründe für den Geburtenüberschuss von Jungen zu ermitteln. In Albanien, Armenien und Aserbaidschan würden 112 Jungen pro 100 Mädchen geboren, in Georgien seien es 111 Jungen pro 100 Mädchen. In den vier Staaten habe die vorgeburtliche Geschlechtsselektion beunruhigende Ausmaße angenommen, heißt es in der Entschließung.


In einem Report der Gender-Expertin und SP-Nationalrätin Doris Stump heisst es unter Berufung auf Mediziner aus Albanien, dort würden immer wieder Abtreibungen vorgenommen, wenn den Eltern mitgeteilt werde, bei dem Fötus handle es sich um ein Mädchen. In Aserbaidschan fehle ein Gesetz, das pränatale Selektion des Geschlechts ausdrücklich verbiete. In Armenien würden laut Berichten häufig ausserhalb des offiziellen Gesundheitswesens Fehlgeburten eingeleitet, wenn es sich bei dem Fötus um ein Mädchen handle. Für Georgien merkt die Berichterstatterin an, dort würden Schwangerschaftsabbrüche vermehrt von Frauen vorgenommen, die bei früheren Geburten ausschliesslich Mädchen zur Welt gebracht hätten.


"Status der Frau innerhalb der Gesellschaft"


Die Parlamentarische Versammlung des Europarates ruft Albanien, Armenien, Aserbaidschan und Georgien auf, den Status der Frau in der Gesellschaft zu verbessern. Stump erklärte, nur wenn Männer und Frauen als wirklich gleichwertig betrachtet würden, lasse sich das Problem der vorgeburtlichen Geschlechterselektion wirksam bekämpfen. Fragt sich nur, ob eine Abtreibungsbefürworterin und Gender-Ideologin wie Doris Stump die richtige Person ist, um Abtreibungen aufgrund von pränataler Geschlechterselektion kritisieren zu können. 

 


ruw.




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